Gemeinsam gefeiert, gemeinsam verabredet: 5 Jahre Bündnis für gute Nachbarschaft
„Diese 5 Jahre haben, wie ich finde, ganz spannende Erkenntnisse mit sich gebracht, die man nicht nur behaupten muss, sondern jetzt auch belegen kann“, sagte Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne in seinen Grußworten: „Und deswegen ist es auch gut, das fortzusetzen“. Auch Rifat Fersahoglu-Weber von der LAG der Freien Wohlfahrtspflege Niedersachsen (LAG FW) und Claudia Simon aus dem Wirtschaftsministerium gratulierten zur Begrüßung. „Eine Krise jagt die andere und deshalb braucht es diesen Zusammenhalt mehr denn je. (…) sodass ich sage, einfach weiter so und jetzt erst recht!“ befand Simon. „Wir haben gesehen, jetzt auch bei Kommunalwahlen, wie wichtig solche Projekte vor Ort sind. (...) Diese 5 Jahre haben gezeigt, wie wichtig es ist, eine gute Nachbarschaft zu leben“, schloss Fersahoglu-Weber und bekräftigte das zukünftige Engagement der LAG FW.
Über 120 Menschen aus Nachbarschaftsprojekten, Verbänden sowie Politik und Verwaltung kamen am 29. September 2026 im Stadtteilzentrum KroKus in Hannover zusammen. Eingeladen hatten das Wirtschaftsministerium und die LAG der Freien Wohlfahrtspflege, um fünf Jahre Bündnis für gute Nachbarschaft zu feiern. Und vor allem, um gemeinsam nach vorn zu schauen.
Die abgeschlossenen Arbeitsgruppen des Bündnisses stellten ihre Ergebnisse vor. Sie zeigen, dass gute Nachbarschaft ein integriertes Vorgehen, die Fachlichkeit der Gemeinwesenarbeit und vor allem eine verlässliche Finanzierung braucht. Hier kommt die Wirtschaft ins Spiel, die auch zentrales Thema des Podiumsgesprächs war. Gute Nachbarschaft liege im Interesse der Wirtschaft, sagte Monika Scherf von der IHK Niedersachsen. Für Uwe Santjer, Oberbürgermeister Cuxhaven, ist es die Grundlage von allem: Integration in sozialer sowie wirtschaftlicher Hinsicht sind gemeinsame Interessen in einer Kommune. Oliver Brandt sieht aus Perspektive der „Sozialen Innovationen“ große Chancen darin, gute Nachbarschaft eben auch mit unternehmerischem Handeln zu stärken, Wirtschaftsförderung und die Förderung guter Nachbarschaft zu bündeln. Minister Tonne betonte die gemeinsame Verantwortung: „Die Wirtschaft hat ein originäres Interesse daran, hier mitzumachen“. Um dies zu fördern, müssen die guten Beispiele viel bekannter und gute Modelle entwickelt werden. Frau Scherf schlug vor, dieses Anliegen noch stärker in die Arbeitsgruppe lokale Ökonomie zu übernehmen. Markus Kissling, Geschäftsstelle Bündnis für gute Nachbarschaft, bedankte sich für die konkreten Vorschläge und nimmt die Impulse für die weitere Bündnisarbeit mit.
Dass die AG lokale Ökonomie da bereits auf dem Weg ist, zeigte ihr Beitrag unter der Leitung von Stefanie Nöthel: Ländliche Nahversorgung, Kooperation mit lokalen Gewerbetreibenden oder die Kombination von medizinischer Versorgung mit Einrichtungen guter Nachbarschaft zeigten interessante Ansätze zur Weiterentwicklung.
Die Veranstaltung verdeutlichte, was das Bündnis ausmacht: Alle Ebenen reden miteinander und treffen konkrete Verabredungen. So wurde den ganzen Tag über genetzwerkt, zwischen Projekten und Verbänden und quer über alle Themen hinweg. Am Ende standen viele handfeste Absprachen zu Maßnahmen und Finanzierung. Gute Nachbarschaft gelingt nur gemeinsam mit allen Beteiligten und den Menschen vor Ort. Mit dem Bündnis hat Niedersachsen etwas geschaffen, das bereits in andere Bundesländer ausstrahlt.
Wir freuen uns, dass Sie und Ihr dabei wart! Die Empfehlungen der Arbeitsgruppen gibt es hier auf der Bündnis-Website und in unserer Jubiläumsbroschüre.
Eindrücke von der Jubiläumsveranstaltung finden sich auch in Beiträgen auf Instagram sowie ein Veranstaltungsmitschnitt auf dem YouTube-Kanal der LAG Soziale Stadtentwicklung.